Tanaro Schädler, Uhlmann Pac-Systeme • KI trifft Maschinenbau: Die Zukunft smarter Verpackungsanlagen

Shownotes

Künstliche Intelligenz verändert derzeit nahezu jede Branche – auch den Verpackungsmaschinenbau. Doch wie weit ist die Industrie tatsächlich? Welche Anwendungen funktionieren heute schon? Und wo liegen die Grenzen, gerade in hochregulierten Bereichen wie der Pharmaindustrie?

Im Gespräch mit Matthias Laux gibt Tanaro Schädler, Innovation Engineer AI & Data bei Uhlmann Pac-Systeme, spannende Einblicke in die Verbindung von Maschinenbau, Daten und künstlicher Intelligenz. Der Informatiker arbeitet im Future Lab der Uhlmann Group an Zukunftsthemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von intelligenten Services bis hin zur Integration von KI in industrielle Prozesse.

Schädler erklärt, warum KI im industriellen Umfeld oft missverstanden wird, weshalb Erwartungsmanagement eine zentrale Rolle spielt und warum die Technologie weder Allheilmittel noch Jobkiller ist. Gleichzeitig macht er deutlich, welches Potenzial in KI-gestützten Anwendungen steckt – etwa bei Zustandsüberwachung, Fehleranalyse oder der Unterstützung von Steuerungsprogrammierung.



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packaging people ist eine Produktion ella Verlag und Medien GmbH - für packaging-journal und TIGHTLY PACKED, das Online-Magazin der interpack.

Transkript anzeigen

00:00:06: Packaging People, der Podcast von Packaging Journal und InterPak.

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:14: Mein Name ist Matthias Lauchs ich bin Steffa Denner Chefredakteur beim Packaging-Journal und ich darf Sie herzlich Willkommen heißen zu unserer neuen Ausgabe von Package People unserem Podcast mit dem heutigen Gast.

00:00:28: es ist Tanaro Schädler Innovation Engineer AI und Data von der Ulmann Group.

00:00:36: Herzlich willkommen Herr Schädler.

00:00:37: Vielen Dank für die Einladung!

00:00:38: Herr Schädler, schön dass Sie hier sind.

00:00:41: Bevor wir auf alle Details kommen warum und weshalb sie gerade jetzt so ein interessanter Gast sind wollen wir doch noch ein bisschen sprechen mit jemanden der noch nie in seinem Leben tatsächlich auf einer Inter-Park war das hin.

00:00:54: in diesem Fall ist ihr Schädlert also überhaupt nichts Schändliches dran aber wollen natürlich trotzdem von dem Inter Park Rookie wissen jetzt so kurz vor der Weltleitmesse was in ihrer Erwartungen an ihrem Besuch in Düsseldorf Anfang

00:01:06: Mai.

00:01:08: Tatsächlich war ich noch nie auf der Interpack, allgemein einer meiner ersten Messebesuche dieser Branche.

00:01:16: Ich bin sehr gespannt weil es in gewisser Weise auch das Klassentreffen der Branche ist... zeigt sich im besten Fall von seiner besten Seite, das heißt natürlich in meiner Rolle.

00:01:29: man zeigt die spannendsten Innovationen.

00:01:32: Die neuesten Technologien an denen, die jeweiligen Unternehmen gerade arbeiten und ich bin sehr gespannt wie die unterschiedlichen Verpackungsindustrie-Unternehmen hier aufgestellt sind woran sie arbeiten was die aktuellen Innovationsteam sind genau

00:01:50: absolut nachvollziehbar und daran, dass es die erste Interpaktbesuch sein wird.

00:01:54: Kann man glaube ich auch schon ablesen, dass sie noch jüngeren Datums sind?

00:01:59: Sie sind nämlich Teil des Young Talents Day auf der Interpak in Düsseldorf am threizehnten Mai werden wir später noch ein bisschen ausführlicher dann drüber sprechen.

00:02:11: Zuallererst würden wir natürlich gerne mal wissen wollen Herr Schädler was so ihre Aufgabengebiete bei Ulmann sind Warum Sie eigentlich so ein junges Talent sind, das auf die Interpark eingeladen

00:02:23: wird?

00:02:24: Ja ich fange mal mit der ersten Frage an.

00:02:27: Meine Aufgaben als Innovation Engineer AI & Data im Future Lab der Ullmann Group Holding sind sehr vielfeiertig und wie der Name sowohl meiner Funktionsbeschreibung als auch unserer Abteilungen vermuten lässt beschäftigen wir uns mit Zukunftsthemen und Innovationen und in meinem konkreten Fall mit der künstlichen Intelligenz.

00:02:52: Und mein Aufgabengebiet, in wenigen Worten beschrieben ist die Unterstützung der Integration von künstlicher Intelligenzen an unterschiedlichen Stellen entlang der Wertschöpfungskette in der

00:03:07: Ullmann-Gruppe.

00:03:09: Die meisten unserer Hörer werden es natürlich wissen, aber ist selbstverständlich ein weltweit führender Systemanbieter der Maschinenanlagen für das Verpacken von Pharmazeutika.

00:03:17: Das ist glaube ich in dem Fall sehr wichtig.

00:03:19: da werden wir auch noch drüber sprechen also blister Flaschen Kartons entwickelt und produziert.

00:03:27: Sie sind da im Bereich KI vor allem tätig.

00:03:33: Meine Frage wäre, um so ein bisschen auf dieses Thema hinzuleiten.

00:03:38: was hat sie persönlich an dieser Schnittstelle gereizt?

00:03:41: KI AI und Maschinenbau?

00:03:44: Ja der Maschinbau hat einen hohen Stellenwert in Deutschland.

00:03:48: ich würde sagen ist eine der zentralen Schlüsseltechnologien oder Schlüsselbranche die wir in Deutschland haben Und gleichzeitig komme ich aus der Informatik, aus dem Machine Learning, aus den Bereich der KI und freue mich deswegen sehr mein Wissen über diese Technologie mit dieser sehr wichtigen Industrie- und Branche die wir in Deutschland noch haben zu verbinden.

00:04:09: Ich würde sagen es gibt sehr großes Potentialen und sehr großen Innovationscharakter in dieser Branche Weil wir hier in Deutschland natürlich technologisch führen, sind im Maschinenbau und trotzdem sehr viel Ausproportenzial in der Anwendung dieser Technologie haben.

00:04:26: Was ist aus Ihrer Sicht so die größte Fehlannahme über KI im industriellen Umfeld?

00:04:33: Ich bin mir nicht sicher ob ich es auf eine runter setzen kann aber ich würde sagen eine der großen Aufgaben in meinem Gebiet sind über die technologischen Aspekte hinaus auch das Erwartungsmanagement.

00:04:46: Und zwar gibt es da zwei Extreme, die man immer wieder ein bisschen in die Mitte zurückholen muss.

00:04:50: Das eine Extrem ist die Befürchtung, die KI wird irgendwann eine vollkommene Automatisierung erreichen und alle Jobs gefährden.

00:05:01: In gewisser Weise wird damit die aktuelle Fähigkeit der KI... überschätzt.

00:05:07: Es gibt aber auch sehr viele Stimmen, die sich der KI kritisch äußern weil KI nun mal probabilistisch arbeitet dass ihr die Fähigkeit aberkannt wird abgesprochen wird und ich glaube wir bewegen uns dadurch aus dem Mittelfeld das die KI aktuell nicht das aller Heilmittel ist Aber durchaus ein sehr sehr fähiges Werkzeug in gewissen Aufgabengebieten Das heißt in unserer Branche jetzt auch zu nutzen.

00:05:36: Sind wir ja noch gar nicht im spezifischen Verpackungsmaschinenbauer angekommen thematisch, sondern erst mal wirklich nur der deutschen Maschinenbau an sich.

00:05:43: Sie haben es gerade erwähnt.

00:05:46: Wie überzeugt man so eine traditionell eher mechanisch geprägte Branche?

00:05:51: Ich formuliere das ganz vorsichtig von KI-Potenzialen.

00:05:55: Also liegt da wirklich... Liegt es so auf der Hand, liegt es so nahe des zu nutzen?

00:05:59: oder mussten sie auch völlig unabhängig von Ulmann Ich sage mal vorsichtig Überzeugungsarbeit leisten.

00:06:08: Überzeugung Arbeit muss man glaube ich in Innovationsfeldern immer leisten, in gewisser Maße.

00:06:15: Jetzt haben wir natürlich den Vorteil dass das Thema KI in den letzten Jahren einen gesellschaftlichen Aufschwung erlebt hat breiter gesellschaftlichem Munde angekommen ist.

00:06:26: Das heißt, so die ersten Barrieren und erste Kontaktpunkte sind schon abgebaut.

00:06:30: Damit ist eine grundsätzliche Offenheit für das Thema an sich da.

00:06:35: nichtsdestotrotz muss man im Einzelnen natürlich Überzeugungsarbeit leisten bisschen auch in Change Management reingehen.

00:06:44: Die Anwendung von neuen Technologien bedeutet ja nicht immer dass die Technologie über bestehende Prozesse hinwegstülpen kann, sondern manchmal vielleicht auch Prozisse neu denken muss und auch hier ein gewisses Change Management der Belegschaft mitgedacht werden.

00:07:01: Aber grundsätzlich erlebe ich durchaus Offenheit für dieses Thema und habe das Gefühl dass die Potenziale und die Tränglichkeit dieses großen Themas künstliche Intelligenz in dieser Branche definitiv gesehen wird.

00:07:19: Ich wollte damit eigentlich jetzt später reinsteigen, aber das haben Sie schon angesprochen die Durchdringung der KI auch in den privaten Bereich ja also nicht nur beruflich sondern auch im privaten Umfeld.

00:07:29: wie nutzen sie privat KI?

00:07:32: Sehr umfangreich!

00:07:34: Auch wenn ich in meinem aktuellen Job nicht mehr so viel programmieren und Coden kann mich das vielleicht manchmal gerne würde, tue ich das Privat noch sehr gerne.

00:07:45: Bisher ist es zu einem Unwort verkommen, aber ich Vibecode sehr gerne privat.

00:07:50: Unterschiedliche Hobbyprojekte in meinem Smart Home, kleine Utility-Scripte die mir repetitive Aufgaben in meinem digitalen Leben abnehmen und ansonsten nutze ich so wie sehr viele Leute künstliche Intelligenz heutzutage nutzen in Form von Wissensaneignung.

00:08:06: also ich würde sagen der naheliegendste Anwendungsfall wie Leute PrivatKI nutzen ist heutzuttage als Ersatz oder als Erweiterung für die Suchmaschine geworden, um schnelle Fragen kurzfristige Neugierde zu stillen.

00:08:23: Das heißt sie fotografieren jetzt nicht ihren Kühlschrank und fragen dann die KI was sie kochen sollen?

00:08:29: Ich mache es noch viel schlimmer.

00:08:30: ich habe mir ein Tool programmiert mit dem ich durch die Küche laufen kann ins Mikrofon spreche welche Zutaten ich da hab und lass mich daraus Rezepte generieren.

00:08:40: das funktioniert fabelhaft.

00:08:42: Wahnsinn.

00:08:42: Habe ich noch nie gehört, aber genau deshalb für solche Facts sind sie ja bei uns im Podcasts.

00:08:48: und nicht nur deswegen sondern auch das müssen wir hier der Vollständigkeit auch erwähnen Sie haben mir einen ganz renommierten Preis bekommen.

00:08:55: Sie haben den ersten Preis gemacht in der Kategorie Masterarbeit beim Nachwuchspreis des VDMA also Verband Deutscher Maschinenanlagenbau größter Industrievorband in Europa.

00:09:04: über drei tausend sechshundert Mitglieder nehmt da haben sich den ersten preisgemacht in Sachen Digitalisierung im Maschinenbau.

00:09:10: als Absolvent der Informatik an der Universität Ulm, Herr Schädler.

00:09:15: In zwei Sätzen?

00:09:16: Was wurden Sie denn ausgezeichnet

00:09:18: da?

00:09:18: Ausgezeichnet wurde ich für meine Masterarbeit die Ich an der University Ulm in gemeinsamer Kooperation mit den Ulmen Pax-Systemen entwickelt habe und dabei habe ich ein KI System entwickelt welches die Fehlerfindung in unseren Software Tests um einen relativ relevanten Faktor beschleunigt oder effizienter gestaltet.

00:09:42: Okay, stark!

00:09:43: Also auch da nochmal herzlichen Glückwunsch.

00:09:44: war glaube ich jetzt im Januar habe ich es glaube ich vernommen und jetzt sind sie bei uns Februar im Podcast.

00:09:51: Auch natürlich vor allem im Vorfeld der Inter-Pack.

00:09:53: wie gesagt kommen wir im weiteren Verlauf des Podcast noch dazu.

00:09:56: Jetzt würde ich schon gerne einsteigen in das ganze Umfeld dieses Farmer Packaging Complexes weil das ja im Grunde auch Brot und Butter für Uelmann und ihr täglich Brot ist.

00:10:08: Ich bin ein Riesenfreund von Auswahlfragen und Sie dürfen aber auch mehrere Antworten nennen.

00:10:15: Wird erst mal ganz generell Fragen aus Ihrer Sicht, ist Kai Baulmann eher Effizienz-Dreiber?

00:10:21: Differenzierungsmerkmal oder Geschäftsmodell Enabler?

00:10:24: Eins zwei oder drei?

00:10:25: Das ist natürlich eine schwierige Frage!

00:10:27: Aber da sie mir die Optionen offen gehalten haben, antworte ich mit allem drei und vielleicht erwähne ich noch kurz einen Satz.

00:10:37: Effizienztreiber ist künstliche Intelligenz, würde ich sagen in allen Aspekten.

00:10:41: Gerade wenn wir an unterschiedliche Geschäftsprozesse außerhalb der klassischen Maschine denken, es ist allgemeine Künstler oder die generative künstlicher Intelligenze wie wir sie in den aktuellen Varianten zur Verfügung haben – Effizientstreiber in allen Bereichen.

00:10:59: zu einem Business-Modeltreiber oder auch zu einem Alleinstellungsmerkmal wird es vor allem dann, wenn wir an das Produkt selbst und unsere Maschine denken, an die Services, die wir damit entwickeln können.

00:11:11: Und auch hier nutzen wir bei Ullmann das Potenzial, dass wir darin

00:11:16: sehen.".

00:11:17: Okay ich verstehe.

00:11:21: Wo würden Sie sagen?

00:11:23: wie stark ist KI bereits in Anlagen integriert?

00:11:28: Und wo stehen Sie?

00:11:30: oder stehen wir, steht man bei dieser Entwicklung erst noch am Anfang?

00:11:36: Auf jeden Fall stehen wir alle noch in dieser Technologie und in dieser Entwicklung.

00:11:40: Am Anfang.

00:11:40: die Technologie selbst steckt noch in den Kinderschuhen auch wenn wir zurückblicken.

00:11:47: der Durchbruchsmoment in der breiten Gesellschaft von künstlicher Intelligenz war vermutlich der Release von Chatchi Pity vor knapp über drei Jahren.

00:11:58: Das heißt, dass es im Blick auf Technologien eine sehr kurze Zeitspanne und entsprechend ist natürlich auch die Umsetzung und die Integration in unsere Unternehmen, in unsere Produkte noch sehr am Anfang.

00:12:13: Das bringt mich zu einem weiteren Punkt.

00:12:15: gerade wenn wir an die Maschinen selbst denken gibt's natürlich auch einige Herausforderungen vor dem wir stehen.

00:12:21: Sie haben das Eingangs schon erwähnt.

00:12:23: Ullmann beschäftigt sich primär mit der Pharma Branche und hier haben wir zu Recht einige Regulatorien.

00:12:31: Und die erschweren den Einsatz von nicht deterministischen System, wie wir sie in dem was wir heute oft als künstliche Intelligenz bezeichnen meist vorfinden.

00:12:46: Das erschwert die Validierung und damit den Einsatz Künstlicher Intelligenze in die Produkte direkt zum heutigen Zeitpunkt.

00:12:53: Über diese Hürde würde ich tatsächlich auch noch mal aufgreifen wollen, aber Sie haben tatsächlich recht.

00:12:58: Ich habe in der Tat Chatchivity genau drei Jahre her genutzt.

00:13:03: Da saß ich im ICE auf dem Weg zu Ulmann nach Laubheim.

00:13:08: Es war nicht abgesprochen, da war damals die Pre-Press-Konferenz der Interpak und da war Ulmann ein toller Gastgeber.

00:13:15: Und ich hab dich tatsächlich, je nachdem wie mich damals beim ICE habe ich mir einen Chachivity-Login gemacht.

00:13:21: im Jahr zwanzig war das immer prill, weiß ich noch sehr gut.

00:13:26: Also wirklich da auch ein Zufall der Dinge.

00:13:30: nun ist ja im privaten Gebrauch oftmals oder ich habe schon mehr Leute darüber gesprochen die so ein bisschen in Sorge sind um ihre Daten und wird es bei einem Verpackungsmaschinenbauer oder bei Kunden vom Verpackungsmaschinen-Bauer nicht unähnlich sein.

00:13:48: also ich frage mal ganz bewusst offen Wie ist diese Datenfrage geregelt, sobald KI zum Einsatz kommt?

00:13:56: Auch da müssen wir noch mal unterscheiden.

00:13:59: Wenn wir von der Datennutzung und Datenweiterverarbeitung von bestehenden Basismodellen wie dem Einsatz von den GPT-Modellen und so weiter sprechen dann haben wir da entsprechende Datenschutzvereinbarungen mit den Modellanbietern das die die Weitergabe dieser Daten ebenso nicht durchführen, wie wir das tun.

00:14:23: Wenn wir davon sprechen dass wir beispielsweise Produktionsdaten Maschinendaten in analytischer KI weiterverarbeiten dann verwenden wir diese Daten natürlich in unseren eigenen Systemen und können entsprechend besseren Umgang mit den zugrunde liegenden Daten versprechen.

00:14:47: Ich habe natürlich oder nicht natürlich, sondern ich hab eigentlich darauf abgezielt.

00:14:50: Aber Sie haben es eigentlich schon sehr gut beantwortet dass ja in diesem Zeitalter ein Maschinenbauer also zusätzlich zum klassischen Engineering heute wahrscheinlich zusätzliche Kompetenzen braucht die einfach um die Umstände und mit KI sich ergeben.

00:15:07: was würden sie dann nennen wollen vielleicht auch erst mal unabhängig von Ulmann was da tatsächlich notwendig ist um sich diesen Fragen auch zu stellen?

00:15:17: Ja, also künstliche Intelligenz und Daten sind eine Verbindung die jeweils das andere sehr gut begünstigt.

00:15:27: Das heißt wir können die Modelle primär dann nutzen wenn wir entsprechende Datengrundlagen haben und umgekehrt können wir Modelle erst aufbauen wenn wir entsprechend Daten Grundlagen haben.

00:15:39: Lassen Sie mich ein Beispiel bringen.

00:15:40: Wir können beispielsweise keine Zustandsüberwachung unserer Komponenten liefern, wenn wir keine Daten über die Zustände haben und entsprechende KI-Modelle generieren können.

00:15:53: Umgekehrt können wir die besten Basismodelle für Zustandsüberwachung haben, die dann aber natürlich nur funktionieren, wenn der Kunde entsprechende Maschinendaten auch mit uns teilt.

00:16:06: Und das bringt mich zu einem anderen Aspekt.

00:16:10: Wenn wir nämlich auch über die großen generativen künstlichen Intelligenzmodelle sprechen, dann werden diese natürlich mit öffentlich verfügbaren Daten trainiert.

00:16:20: Man sagt da immer gern im Kern es ist eine komprimierte Variante des frei verfügbaren Internets die sich in diesen großen Sprachmodellen befindet.

00:16:30: aber was sich dort nicht drin befindet ist das proprietäre Wissen welches die entsprechenden Unternehmen jahrelang in ihren Arbeitsabläufen gesammelt haben und darin stecken Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten.

00:16:46: Lassen Sie mich ein Beispiel bringen woran wir zum Beispiel gerade bei Ulmann arbeiten nämlich die PSI Unterstützung in der PSI Programmierung.

00:16:58: Ich hatte schon eingangs erwähnt dass ich privat auch sehr gerne mit künstlicher Intelligenz programmiere.

00:17:03: das funktioniert deswegen so gut weil die künstliche Intelligenze auf frei verfügbarem Code von gängigen Programmiersprachen trainiert wurde.

00:17:13: Jetzt wird heutzutage die Steuerung der Maschinen häufig in proprieteren Programmiersprachen programmiert bzw.

00:17:21: umgekehrt in Programmierssprachen, die primär im industriellen Kontext zum Einsatz kommen.

00:17:26: Das heißt ihr existiert kein öffentlich zugänglicher Code.

00:17:28: das heißt die Modelle tun sich sehr schwer damit für die PCs Code zu generieren.

00:17:34: Umgekehrt haben wir bei Ullmann aber sehr viel Steuerungskode, den wir nutzen können um die grundlegenden Foundation Modelle so zu befähigen dass sie mit unserem Wissen durchaus brauchbaren Code erzeugen können.

00:17:55: Haben Sie schon mehrfach Ihre Hobbys?

00:17:59: Das finde ich total spannend.

00:18:01: Herr Seltler wenn Sie jetzt Muss ich Sie fragen, wenn Sie freiexperimentieren könnten?

00:18:06: Welches Projekt würden Sie sofort starten?

00:18:09: Völlig frei.

00:18:12: Völlig free.

00:18:14: Völlig frei!

00:18:14: Cola ohne Ende da...

00:18:18: Wenn ich natürlich an meine Rolle als Innovation Engineer bei Ullmann denke dann würde ich mir ein Basismodell für den Maschinenbau wünschen.

00:18:30: Da sprechen wir über mehr als nur frei verfügbares Geld für Rechenressourcen, sondern da geht es dann auch darum entsprechend viel Wissen welches heutzutage in unterschiedlichen Aspekten unserer internen Dokumentation liegt.

00:18:47: Aber noch viel wichtiger was heutzuttage in den Köpfen unserer jahrelangen erfahrenen Mitarbeitenden liegt um Das ebenfalls für entsprechende Modelle und damit für die gesamte Belegschaft einfacher zugänglich zu machen.

00:19:08: Lassen Sie uns noch mal über diese Spezifikation gerade im Pharma-Bereich sprechen, wie gehen sie denn ganz konkret auch mit diesen regulatorischen Anforderungen um?

00:19:18: Die ja da sind in dem Pharma Bereich also GMP Validierung dieser ganze Auditierbarkeit.

00:19:24: Wie verträgt sich das dann mit der KI?

00:19:28: Im erster Linie ist es mal ein berechtigtes Framework gerade in einem sensiblen Bereich wie der Pharmaindustrie.

00:19:42: Wie eingangs erwähnt erschwert aber natürlich die unmittelbare Anwendung von Systemen, die wir heutzutage nur bedingt erklären und verstehen können nicht deterministisch arbeiten und damit nicht immer vorhersagbar und erklärbar sind.

00:20:00: Nichtsdestotrotz können wir an unterschiedlichen Aspekten diese Tools nutzen, ein Beispiel das allgemein immer zu empfehlen ist im heutigen Stand der künstliche Intellikenz ist dass der Aspekt Human in the Loop, dass die KI-Systeme im Kern keine Entscheidungen treffen keine finale Ausführung ermöglichen, sondern Empfehlungen abgeben die anschließend von einem Menschen entgegengenommen werden gegen geprüft werden und dann eventuell angepasst oder umgeführt werden.

00:20:34: Okay okay wird die Verpackungsmaschine der Zukunft autonomer oder nur smarter?

00:20:44: Ich glaube beides Das kommt auf den Side-Horizont drauf an und auf die entsprechenden Entwicklungen, die sich sowohl in der Technik als auch in der Regulatorik ergeben.

00:20:55: Smarter sehen wir heute schon als Trend – ich würde sagen auch autonomer!

00:21:01: Und wenn wir es schaffen, die Bemühungen, die sie sich in der Automatisierungstechnik in den letzten Jahren ergeben haben jetzt noch mit dem Enablement von künstlicher Intelligenz zu verbinden... Ich glaube dann erreichen wir beide Aspekte.

00:21:16: Okay.

00:21:17: Über welche Zeithorizonte wird man da sprechen?

00:21:19: Zehn Jahre, zwanzig Jahre?

00:21:22: Was würden Sie sagen?

00:21:22: Wie sind da die Zyklen oder ist das einfach unverheersehbar?

00:21:25: Jetzt bin ich weder der Fußzukunftsforscher noch habe eine Glaskugel in die ich blicken kann.

00:21:31: aber wir können ja gerne mal Trends vorausprojektieren und jetzt kommt es darauf an welche Zielmarke wir uns setzen.

00:21:40: eine vollständige Autonomie kann ich natürlich nicht vorhersehen, aber wir sehen heute schon Ansätze von vorausschauender Wartung.

00:21:48: Wir sehen heute auch schon Ansätzen von autonomer Fehlerkorrektur.

00:21:54: Das heißt wenn wir diese technologischen Ansätze so fortsetzen können wir über Teilautomatisierung in zehn Jahren auf jeden Fall sprechen.

00:22:04: Okay okay nun sind Sie Teil dieses, oder nicht dieses, sondern das Young Talents Day auf der Interbank in Düsseldorf, im Jahr zwanzig.

00:22:16: Am treizehnten Mai sind also erwiesenermaßen ein junges Talent und sie merken an meinem Alter dass ich sehr weit weg von Jung und Talent bin.

00:22:24: aber mich wird trotzdem interessieren was würden Sie sagen?

00:22:28: Was braucht man heutzutage vielleicht auch als Nachwuchskraft Vielleicht gar nicht mal in Ihrem Bereich, was muss man mitbringen um im Maschinenbau, im Verpackungsmaschinenbaus seinen Weg zu gehen.

00:22:37: Was würden Sie da...was sind denn Ihre Erfahrungen?

00:22:41: Ich würde sagen auf jeden Fall Offenheit Neugierde und den Wunsch Technologie oder Innovation voranzutreiben.

00:22:54: Offenheit ist, glaube ich schon fast der wichtigste Aspekt in einem Feld das durchaus schnelllebig ist.

00:23:01: Jetzt ist der Maschinenbau grundsätzlich ein bisschen erfahrener und schon länger präsent.

00:23:09: Und dennoch sehen wir dass eine schnelle technologie wie künstliche Intelligenz auch hier nicht aufzuhalten ist.

00:23:17: Eine Offenheid und eine Neugierde gegenüber neuen Möglichkeiten gegenüber dem Wandel mitzubringen ist wichtig, um diese Branche resilient für die Zukunft zu machen.

00:23:30: Was sind aus Ihrer Sicht so die technologischen Hypes, die am ehesten überschätzt werden?

00:23:38: Hätten Sie da noch eine Hausnummer, wo Sie sagen das ist einfach nichts oder im Nachgang war es auch eine Fehlentwicklung?

00:23:45: Ich denke klassische... Bereiche zu nennen aus den letzten Jahren sind einerseits die Blockchain, die durchaus ihre Daseinsberechtigung hat aber vielleicht nicht in der Breite, in der sie zu dem Zeitpunkt angepriesen wurde.

00:24:00: Eine weitere Technologie, die ich nennen könnte bei der ich aber vorsichtiger wäre ist der Aspekt der Virtual Reality.

00:24:08: Augmented Reality.

00:24:10: auch die wurde in ihrer breiten möglicherweise überschätzt Aber wir sehen einerseits, dass sie in gewissen Fokuspunkten durchaus eine Daseinsberechtigung hat und auch heute sehr viel Mehrwert schaffen kann.

00:24:25: Des Weiteren sehen wir gerade in Richtung Augmented Reality dass die großen Tech-Konzerne hier die Forschung weiter vorantreiben mit entsprechenden Produkten auf den Markt gehen.

00:24:36: Das sehen wir bei der Apple Vision Pro vor wenigen Jahren, die das Konzept wieder neu angefacht haben.

00:24:43: Wir sehen es aber jetzt auch in den Meta Smart Glasses, in denen sich dieses Konzept dann tatsächlich nicht mehr mit globigem VR Headset umsetzen lässt sondern tatsächlich mit einer klassischen Rayband-Brille.

00:24:56: Von daher würde ich diesen Trend noch nicht für Tod erklären.

00:25:00: Okay, spannend!

00:25:02: Zum Schluss kann ich Sie natürlich nicht gehen lassen ohne zu fragen was war bislang Ihr größtes AHA-Erlebnis bei der Nutzung und bei der Implementierung von KI?

00:25:10: Gerne auch aus dem privaten Bereich.

00:25:12: Gibt es da eins?

00:25:13: Ich habe regelmäßige AHA Erlebnisse.

00:25:15: wenn es technologische Sprünge gibt in den Modellen will erleben oft ein inkrementelles Ein integumentellen Sprung von Fähigkeiten in künstliche Intelligenzmodellen.

00:25:29: Aber immer wieder gibt es dann doch Meilensteine, die es hervorzuheben gibt.

00:25:33: Ich würde sagen der letzte große Meilenstein den wir hatten waren die Reasoning-Modelle In denen der lange geklaubte Mythos Künstlicheintelligenz könnte keine Mathematik widerlegt wurde.

00:25:45: Inzwischen gewinnen Modelle von OpenAI und Google Math Olympiaden.

00:25:50: Das heißt da muss man auch immer wieder seine eigenen Annahmen überarbeiten, weil sehr viel von dem was zum heutigen Zeitpunkt als unmöglich bezeichnet wird in der nächsten Modell-Generation möglicherweise schon standardmäßig etabliert ist.

00:26:10: Tanaro Schädler Innovation Engineer AI und Data bei der Ulmann Group.

00:26:15: Ich sage ganz herzlichen Dank dass Sie heute zu Gast waren bei unserem Podcast Packaging People.

00:26:20: Freue mich auf den Wiedersehen!

00:26:21: Auf der Interpacking Düsseldorf Herr Schädlern.

00:26:24: Danke ebenso, ich freue mich eben so am Young Talent Day der Inter-Pack dabei zu sein und möglicherweise ins Gespräch einzutauchen.

00:26:33: Ja, vor allem interessiert mich natürlich wieder in Ihre ersten Eindrücke oder ihre Eindrücke von der ersten Interpax sind.

00:26:39: Das ist ja immer total spannend wie dann jemand die Weltleitmesse tatsächlich wahrnimmt.

00:26:45: also kann ich jetzt schon mal sagen er wird einiges los sein und da kann man schnell von den positiven Eindrucken mitgenommen werden.

00:26:53: Herr Schädler sehr inspirierend.

00:26:57: Prima!

00:26:58: Dann sage ich ganz herzlichen Dank.

00:27:00: nochmal viele Grüße.

00:27:03: allen zuhören und zu hören, sag ich.

00:27:05: Best Dank!

00:27:06: Und bis zur nächsten Ausgabe von Packaging People – alles Gute!

00:27:31: Oder besuchen Sie uns auf packaging-journal.de slash podcast und auf der Interpak!

00:27:39: Die weltgrößte Messe für die Verpackungsbranche findet statt vom siebten bis dreizehnten Mai, zwanzig sechsundzwanzig in Düsseldorf.

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